Die Notwendigkeit eines Einkaufszettels

Um einen Einkaufszettel kommt man bei einem größeren Einkauf fast nicht herum. Sogar Angela Merkel kann nicht darauf verzichten und schreibt, will man der Presse glauben, ihrem Mann jeden Freitag eine solche Merkhilfe, mit der dieser dann den Einkauf für das Wochenende tätigt. Mittlerweile bin auch ich überzeugt von der Notwendigkeit eines Einkaufszettels, doch das war nicht immer so…

Mein Verhältnis zum Einkaufszettel damals und heute

In meinen besten Tagen als Studentin war ein Einkaufszettel schlicht und einfach überflüssig. Aufgrund meiner bescheidenen Küchenausstattung, nämlich genau zwei Herdplatten, kam das Planen und Zubereiten von umfangreichen Menüs natürlich nicht in Frage. Hinzu kam noch die Tatsache, dass ich nie genau wusste, ob ich abends zum Essen zu Hause bin oder doch in einem der vielen studentenbudgetgerechten Kneipen speiste. Daher fiel der Gang in den Supermarkt immer sehr spontan aus: ich kaufte einfach, auf was ich gerade Lust hatte. In der Regel handelte es sich dabei um schnell zuzubereitende Fertiggerichte. Klar, dass das Erstellen eines Einkaufszettels entfiel.

Mittlerweile bin ich umgezogen und verfüge über eine Küche mit vier Herdplatten und einem Backofen, was natürlich dazu verleitet, nicht mehr auf Fertiggerichte zurückzugreifen, sondern selbst den Kochlöffel zu schwingen. Und natürlich fällt der Einkauf dabei größer aus.

Von der Notwendigkeit eines Einkaufszettels haben mich die größeren Mengen allerdings noch nicht überzeugt. Gerade, wenn ich nur wenig brauchte, war die Erstellung eines solchen für mich schlichtweg Zeitverschwendung. Einen Meinungsumschwung brachten erst gehackte Walnüsse.

Das hört sich jetzt komisch an, aber es ist Tatsache: Walnüsse sind daran Schuld, dass ich jetzt für jeden Einkauf einen Zettel schreibe. Was ich an diesem denkwürdigen Tag kaufen wollte, war überschaubar: Feldsalat, Champignons, Brot und eben gehackte Walnüsse (nicht schwer zu erraten, was es am Abend geben sollte: Feldsalat mit Champignons).

Champignons und Brot zu bekommen war kein Problem. Nur der Feldsalat stellte mich vor ein Problem: es gab nämlich in den ersten drei Geschäften, die ich aufsuchte, keinen. Erst im vierten konnte ich endlich welchen erwerben. In meiner Erleichterung vergass ich natürlich die Walnüsse komplett und erst auf dem Heimweg fiel mir wieder ein, was ich vergessen hatte. Das hört sich jetzt natürlich nicht sonderlich dramatisch an, aber ich habe mich geärgert, weil ich meinen Salat unbedingt MIT Walnüssen machen wollte. In diesem Moment wurde mir klar: NIE WIEDER OHNE EINKAUFSZETTEL!

Meine Erstellungsmethode

Beim Nachdenken über das Thema Einkaufszettel ist mir aufgefallen, dass ich diesen immer nach einer ganz bestimmten Methode erstelle. Zunächst unterscheiden sich meine Einkaufszettel grundsätzlich darin, ob ich in ein oder in mehrere Geschäfte muss.

Werde ich auf meiner Einkaufstour in mehrere Geschäfte gehen müssen, so erhält jedes einen eigenen Bereich auf dem Zettel, in dem dann alles benötigte eingetragen wird. In der Regel ist es so, dass es sich dann pro Laden um ca. 2-3 Artikel handelt.

Muss ein richtiger Großeinkauf getätigt werden, findet dieser meist nur in einem Geschäft statt, was bedeutet, dass es keine unterschiedlichen Bereich auf dem Zettel gibt. Beim Erstellen wandere ich nun in Gedanken den Supermarkt auf unserer typischen Route ab und „lege“ dabei alles auf den Einkaufszettel, was gebraucht wird.

Diese Methode klappt wirklich einwandfrei. Mit dem Zettel muss ich anschließend nur noch durch die realen Gänge im Supermarkt laufen und meine Liste Schritt für Schritt abarbeiten, was immens viel Zeit spart. Und vergessen wird so gut wie nichts mehr… es sei denn, ich habe es nicht auf den Einkaufszettel geschrieben…